Depression im Alter

Das höhere Lebensalter konfrontiert jeden Einzelnen mit den unterschiedlichsten Veränderungen im eigenen Leben. Seien es sich verändernde Rollen in der Familie, sich langsam umkehrende Fürsorgebeziehungen, chronische Erkrankungen und ihre Folgen oder zunehmende Verlusterlebnisse im nahen soziale Umfeld – sie alle können der Nährboden für eine depressive Erkrankung im höheren Alter sein.

Eine depressive Erkrankung im Alter ist grundsätzlich ebenso gut behandelbar wie in den anderen Altersstufen, auch wenn auf Grund von alterstypischen Veränderungen die Therapie angepasst werden muss.

Derzeit wird bei vielen Betroffenen die Erkrankung nicht ausreichend diagnostiziert und auch der Zugang zu insbesondere nicht-medikamentösen Therapiemöglichkeiten ist für alte Menschen deutlich erschwert.

Mit unserer Arbeit möchten wir an verschiedenen Punkten ansetzen:

Sensibilisierung der Bevölkerung für dieses Krankheitsbild, um Vorurteile abzubauen und mehr Offenheit für Menschen mit psychischen Erkrankungen zu erwirken.

Des Weiteren wird eine stärkere Vernetzung der Akteure im ambulanten und stationären Setting angestrebt, um einerseits einen fachlichen Austausch zum Thema anzuregen und andererseits langfristig Zugänge für Betroffene zu erleichtern.

In diesem Zusammenhang sollen auch Informations- und Unterstützungsmöglichkeiten für Betroffene und Angehörige geschaffen bzw. weiterentwickelt werden.

"Mental gestärkt im Alter - Gesundheitsförderung 60+"

Die eigene mentale Gesundheit im Alter stärken – hierbei möchte das Projekt im Main-Rhön Gebiet ältere Menschen begleiten.

Von April 2024 bis Ende 2026 arbeiten hierfür die vier Gesundheitsregionenplus „Landkreis Bad Kissingen“, "Landkreis Rhön-Grabfeld", „Landkreis Haßberge“ und „Stadt und Landkreis Schweinfurt“ zusammen. Das Diakonische Werk Schweinfurt e.V. übernimmt die Projektkoordination, die „Gerontopsychiatrische Vernetzung Main-Rhön“ ist als beratender Kooperationspartner tätig. Finanziell gefördert wird das Projekt durch die AOK Bayern im Rahmen des Förderprogramms „Gesunde Kommune“.

Als Folgeprojekt von "PräDepA" (2022 - 2023) wird "MentAl" vier Maßnahmen pilotieren und in den einzelnen Landkreisen umsetzen.

1. Vortrag zu mentaler Gesundheit im Alter

In einem Vortrag erfahren Seniorinnen und Senioren, wie sie sich selbst für ein gesundes Altern mental stärken können und welche Ansprechpartner sie dabei unterstützen. Die Maßnahme wird in 2025 umgesetzt.

2. Multiplikatorenschulung

Um bereits bestehende Angebote der Seniorenarbeit um den Fokus der mentalen Gesunderhaltung zu ergänzen, sollen Schulungen für in der Seniorenarbeit Tätige entwickelt werden. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, an welchen äußeren und inneren Hemmnissen man ansetzen kann, um ein Angebot für alle Seniorinnen und Senioren offen zu gestalten. Die Schulung wird in 2025 in jedem Landkreis einmal durchgeführt und in 2026 voraussichtlich digital zur Verfügung stehen.

3. Kommunen-Selbsttest

Darüber hinaus wird es auch für interessierte Kommunen die Möglichkeit geben, zu erfahren, wie sie die seelische Gesundheit der älteren Bevölkerung in ihrer Gemeinde unterstützen können. Hierfür steht ab Herbst 2025 ein Online-Tool zur Verfügung.

4. Präventionskurs

Ein neu konzipierter Präventionskurs beinhaltet zudem die Themen, die die älteren Menschen im Vorgängerprojekt als wichtig erachtet hatten. Der Kurs wird deshalb verschiedene Inhalte zu Bewegung im Alter, Umgang mit Schmerzen und dem Aufbau neuer sozialer Kontakte aufbereiten. Er wird 2026 an verschiedenen Standorten im Gebiet Main-Rhön stattfinden.

Bei Interesse an Details des Projektes, melden Sie sich gerne bei der Projektkoordination Katrin Jung unter 09721 2087 220.  

Zwischenbericht "Mental gestärkt im Alter - Gesundheitsförderung 60+"

Kurzfassung_Zwischenbericht-MentAl-uber-das-Jahr-2024.pdf [365,2 KiB]

"PräDepA - Prävention von Depression im Alter"

Gemeinsam mit den Gesundheitsregionenplus Bäderland Bayerische Rhön, Stadt und Landkreis Schweinfurt sowie Landkreis Haßberge hat sich die Gerontopsychiatrische Vernetzung das Ziel gesetzt, sinnvolle Maßnahmen zur Prävention von Depressionen im Alter zu entwickeln.

Daraus entstanden ist das Projekt "PräDepA - Prävention von Depression im Alter". Gefördert wurde das Projektvorhaben vom 01.06.2022 - 31.12.2023 durch die AOK Bayern im Rahmen des Förderprogramms „Gesunde Kommune“.

Im Rahmen des Projektes wurde eine umfassende Bestands- und Bedarfserhebung in den teilnehmenden Regionen, den Landkreisen Rhön Grabfeld, Bad Kissingen, Haßberge, Schweinfurt sowie der Stadt Schweinfurt, durchgeführt.

Die aus dem Bedarf abgeleiteten Maßnahmen sollen in einer zweiten Förderphase (voraussichtlich ab Frühjahr 2024) umgesetzt werden.

Für mehr Informationen stehen der Zwischen- sowie Abschlussbericht zur Verfügung.